Tuba
Stille Töne sind tief und unergründlich.
Beim Stadtorchester Ravensburg besteht das Bassregister aus Tuba und Kontrabass. Brass (Blech) und Streicher, ein Gegensatz im Orchester, wie er klassischer nicht sein kann. Aber nicht in dieser (Ton-) Lage, hier entstehen Synergien. Dies ist wohl bedingt durch die Entfernung von der Basis, dieses Register sitzt geographisch ganz hinten und spielt in der Tonlage ganz unten. Das prägt, schweißt zusammen, und, um auch hier das Thema Integration zu strapazieren, man muss besser sein als der Rest. Die geringe Spielerzahl macht das Bassregister durch Fülle wieder wett – Klangfülle. Das Bassregister ist sowohl durch Tiefe als auch Volumen das Fundament des Orchesters. Trotz allem ist dieses Register von Haus aus eher zurückhaltend, könnte jedoch, wenn es wollte, das Orchestertutti jederzeit übertönen. Dazu benötigt es lediglich einer wohlwollend, stimulierenden Handgeste unseres Maestros, dies wiederum geschieht aber eher selten.
Der Tubist an sich ist ein geselliges Wesen. Trifft man einen, zum Beispiel nach der Probe bei der Einkehr, ist meistens auch ein zweiter nicht fern. Damit ist schon nahezu das halbe Register anwesend. Andere Register etwa bräuchten für den gleichen Prozentsatz zwei Tische, klar. Aber die Stimmung, in diesem Fall ist nicht das Synonym zur Intonation gemeint, wäre nicht halb so gut. Gerne symbolisiert die Tuba die Stimme vom großen Lebewesen, das einfach da ist und es nicht nötig hat Furcht zu erregen, - denn es ist ja groß. Die Stimme des Drachen (Wagner: "Siegfried") oder des Bären (Strawinsky: "Petruschka") können nur von der Tuba suggeriert werden. So etwas verpflichtet, Tubisten sind friedfertige Menschen, bescheiden und ausgeglichen. Natürlich, nicht alle Tubisten sind vom ersten Tag an perfekt, so etwas muss sich mitunter auch kontinuierlich entwickeln.
Wie schon erwähnt gehört zum Bassregister eben auch und unverzichtbar unser Kontrabass(ist), beim Stadtorchester Ravensburg zoologisch gesehen der einzige Streicher unter Bläsern. Er macht sich jedoch nichts aus Schubladendenken und lässt das Ohr entscheiden. So findet er Verwandtschaft zur z.B. Bassklarinette, Posaune und Tuba. Aufgrund einer natürlichen Affinität zum Blech, oftmals gleicher Noten, einer ähnlichen Leidensgeschichte bezüglich des Instrumententransports und nicht zuletzt des gemeinsamen Abschlusses der Probe bei oben erwähnter Einkehr ist die Verbindung zur Tuba ausgeprägt und unumstritten.
Können Bilder lügen? Prinzipiell würde ich sagen „ja“. Aber nicht in diesem Fall, das ist echt, live und authentisch, lassen Sie sich inspirieren.
