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Euphonien

Walter Brotz, Bernd Ibele, Udo Schäfer und Philipp Marquard

Die wohlklingenden Euphonisten des Stadtorchesters Ravensburg

Walter Brotz, Philipp Marquard, Bernd Ibele, Markus Eger (nicht auf dem Bild) und Udo Schäfer sind die Euphonisten des Stadtorchesters Ravensburg und sie klingen nicht nur gut, sondern verstehen sich auch gut.

Das Euphonium (griechisch: wohlklingend) ist ein Blechblasinstrument, dass sich musikalisch in der Tenor- und Baritonlage bewegt und aufgrund seiner konischen Mensur zur Familie der Bügelhörner gehört wie das Flügelhorn, das Tenorhorn, das Bariton und die Tuba und sieht aus wie eine zu heiß gewaschene Tuba. Das Euphonium entwickelte sich aus der Ophikleide, welches wiederum aus dem Serpent hervorging.

1843 wurde das Euphonium erfunden, um einen tieferen und weicheren Klang zu erhalten. Die Grundstimmung des Euphoniums ist in B klingt eine Oktave tiefer als eine Trompete und eine Oktave höher als eine Tuba in gleicher Stimmung. Der Tonumfang entspricht in etwa dem der Posaune, Tenorhorn und Bariton. Nur kompensierte Euphonien mit Quartventil sind jedoch bereits ab der Pedallage aufwärts voll chromatisch spielbar.

In der Klangfarbe unterscheiden sich Euphonium und Posaune erheblich: Infolge seiner konischen Mensur ähnelt der weichere Klang des Euphoniums stark dem des Waldhorns, während die Posaune aufgrund ihrer zylindrischen Mensur härter klingt und eher der Trompete ähnelt. Das Euphonium wird in Blaskapellen als Backround und Soloinstrument eingesetzt, weil es einen weichen, aber auch spitzen, lauten Klang haben kann. Im symphonischen Bereich wird das Euphonium – wenn überhaupt – solistisch eingesetzt, und zwar für bestimmte Partien in meist spätromantischen Werken, bei denen nicht völlig klar ist, ob der Komponist mit „Tuba“ eine Tenortuba, eine Wagnertuba, ein Saxhorn oder ein anderes, heute eventuell nicht mehr gebräuchliches Instrument im Sinn hatte und die oberhalb des „normalen“ Tonumfangs einer modernen F-Tuba notiert sind. Das Euphonium wird im sinfonischen Bereich auch anstatt des Tenorhorns verwendet.

Im deutschsprachigen Gebiet ist das Euphonium wenig verbreitet, da man hier traditionell die ovalen Hörner mit Drehventilen wie das Tenor- oder Baritonhorn bevorzugt. Das Euphonium verbreitet sich aber auch zusehends in diesen Ländern, besonders im Bereich der sinfonischen Blasmusik. Zur weiteren Literatur gehören Konzerte, die ursprünglich für Violoncello geschrieben wurden. Da der Cellist keine Atemprobleme beim ausüben der Musik hat, leiden die Euphonisten des Stadtorchester bei mancher Literatur unter Atemnot. Seit 1978 ist das Euphonium eine feste Instrumentengruppe im Stadtorchester Ravensburg und bildet einen samtweichen musikalischen Teppich auf dem sich die Solisten nach Herzenslust darbieten können.